Programm

 

10.00 Uhr: Öffnung des Tagungsbüros
11.00 Uhr: Beginn der Tagung

 

 

Vorträge

Gesundheitsförderung für Musiker in Berlin: Das Kurt-Singer-Institut und das Berliner Centrum für Musikermedizin

Alexander Schmidt, Berlin

Das Kurt-Singer-Institut (KSI), in dessen Räumen die Tagung seit ein paar Jahren zu Gast sein darf, hat sich seit seiner Gründung im Jahre 2002 um die Musikergesundheit sehr verdient gemacht. Vor allem die Studierenden beider Berliner Musikhochschulen profitieren von dessen vielfältigen Lehr- und Beratungsangeboten. Prof. Dr. Alexander Schmidt, Leiter des KSI und mittlerweile auch des Berliner Centrums für Musikermedizin wird uns einen Einblick in das Leistungsspektrum beider Institutionen vermitteln.

Natürliche Präsenz - freie Stimme

Eine Einführung in die F. M. Alexander-Technik

Johanna Peine, Berlin

Natürliche Aufrichtung geschieht von selbst. Erlauben wir sie, sind unsere Bewegungen leicht, koordiniert, kraftvoll. Auch der Atem kann ungestört fließen, die Stimme sich frei ausdrücken. Das lässt uns präsent sein in un-seren Handlungen und authentisch wirken nach außen. Doch leider beginnen wir schon früh in der Kindheit den uns angeborenen Aufrichtungsmechanismus zu stören. Wir entwickeln schädliche Denk- und Bewegungsmuster und machen es uns schwer. Wie können wir zu unserer natürlichen Leichtigkeit zurückfinden? Auf diese Frage möchte ich Ihnen mit folgenden Inhalten antworten.

- Aufrichtungsmechanismus, dynamisches Zusammenspiel von Hals, Kopf, und Rücken

- Direktiven/Directions, Unterlassungs- und Steuerungsanweisungen für die psycho-physische Koordination

- Innehalten/Inhibition, Raum zwischen Reiz und Reaktion

- Natürliche Aufrichtung und klare Eigenwahrnehmung als Unterstützung für Stimme und Präsenz.

In dem Workshop mit gleichem Thema werden Sie diese Inhalte praktisch erleben und als Werkzeuge kennen lernen, die sie im Alltag anwenden können.

Gesangsphonetik – ein neuer Weg zum optimalen Vokal

Wolfgang Saus, Aachen

Vokale sind entscheidend für die Klangqualität der Singstimme. Gesangsvokale weichen in der Regel von gesprochenen Vokalen ab, vor allem im klassischen Gesang, wo Lautstärke ohne Mikrofonhilfe erzielt wird. Die bisherige Betrachtungsweise von Vokalen stammt überwiegend aus der Sprachphonetik, die für die Gesangsstimme aber nur begrenzt von Nutzen ist, weil sie die Vokale in Bezug zu Tonhöhen zu grob darstellt. Mit "Chorphonetik" hatte Wolfgang Saus 2010 eine neue Betrachtung von Vokalen aus der Sicht tongenau steuerbarer Formanten eingeführt. Es fehlte allerdings ein System, dass die Vokale und Teiltöne für beliebige Tonhöhen und beliebige Vokale in den richtigen Kontext bringt.

In diesem Vortrag wird eine Methode vorgestellt, die es Sängern ermöglicht, ihre Vokale exakt und reproduzierbar für jede Tonlage anzupassen. Dazu wird ein neuentwickeltes Vokalmatrix-Schema eingeführt, das erstmalig für jeden beliebigen Ton die exakte akustische Position der Teiltöne in den Vokalen beschreibt (eine physikalische Erweiterung der Ideen von Coffin). Der Zusammenhang zwischen Formanten, Teiltönen und Vokalnuancen wird durch die Vokalmatrix auf völlig neue Weise verstanden. Probleme des Vokalausgleichs und des Formanttuning werden damit zwanglos erklärbar. Es werden gesangspädagogische Übungen gezeigt, die dieses neue Verständnis in die Praxis umsetzen und Sängern und Gesangspädagogen einen ganz neuen Zugang zu Klangfarbe und Vokalen ermöglichen.

Die genauen Frequenzen der Teiltöne und der Formanten sind mit der Vokalmatrix nun bekannt und vom Sänger zu reproduzieren. Es gibt aber unterschiedliche Meinungen über die optimale Lage der Formanten in Bezug zum Teilton (Sundberg, Titze). Der Autor würde gern mit den Anwesenden diskutieren, wie man aufgrund der neuen gesangstechnischen Möglichkeiten der Antwort zu dieser Frage näher kommen kann.

 

Workshops

Praktische Einführung in die Alexander-Technik

Joahnna Peine, Berlin

Die Gesangsphonetik in der stimmpädagogischen Praxis

Wolfgang Saus, Aachen

 
© Bergewita